Zahnhalsdefekte - Vom: 30.03.2016

Zahnhalsdefekte

Kleine keilförmige Defekte an den Zahnhälsen sind nicht ungewöhnlich. Ab dem 40sten Lebensjahr findet man die Furchen auf den Außenseiten der Zähne direkt über dem Zahnfleisch häufiger. Denn im Laufe des Lebens zieht sich das Zahnfleisch etwas zurück und legt die empfindlichen Zahnhälse frei.

Keilförmige Absplitterungen

Der Zahnschmelz läuft bei den Zahnhälsen in Richtung Wurzel aus, das Zahnbein ist bei freiliegenden Zahnhälsen daher nicht so gut geschützt. Da es mit vielen kleinen Nerven mit dem Zahnnerv verbunden ist, werden Reize, z.B. durch kalte oder säuerliche Speisen, direkt an den Zahnnerv weitergeleitet - man empfindet Schmerzen.

Durch kleine Absplitterungen des Zahnschmelzes geht der natürliche Schutz auf den Zähnen verloren. Mit der Zeit platzen immer mehr Partikelchen ab, und die keilförmigen Einbuchtungen werden größer und tiefer. Oft sind nur einzelne, prominent stehende Zähne betroffen, wie die Eckzähne oder Prämolaren (vordere Backenzähne), während sich die Nachbarzähne in einem gesunden Zustand befinden.

Ursachen

Es sind oft mehrere Gründe für Zahnhalsdefekte verantwortlich, die zusammenwirken. Eine Überbelastung einzelner Zähne sowie Zahnfehlstellungen können zum Rückgang des Zahnfleisches mit anschließenden Zahnhalsdefekten führen. Stressbedingtes nächtliches Zähneknirschen und -pressen bewirken ebenfalls starke Spannungskräfte, die zu Spannungssplitterungen führen können.

Sind das Zahnfleisch und der schützende Zahnschmelz erstmal zurückgegangen, wirkt sich eine falsche Putztechnik bei der Zahnpflege besonders negativ aus. Wird mehr horizontal als kreisend geputzt, zu viel Druck ausgeübt und eine harte Zahnbürste verwendet, kann die Zahnsubstanz hiermit regelrecht weggeputzt werden. Dieser Effekt wirkt umso mehr, wenn schon kleine Defekte vorhanden sind, da sich im Zahnhalsbereich nur eine sehr dünne Schmelzschicht befindet und das darunterliegende Dentin relativ weich und empfindlich gegen Abrieb ist.

Behandlung

Zunächst sollten die Putzgewohnheiten umgestellt werden, da dies noch zur Verstärkung der Defekte führen kann. Die Zahnbürste sollte elastisch sein und eher weiche Borsten haben, der Druck beim Putzen sollte zurückgenommen werden. Die Zahnpasta sollte keine schmirgelnden Partikel haben.

Unbehandelt vertiefen sich die Defekte an den Zahnhälsen immer mehr, eine Überlagerung mit Karies verstärkt den Effekt noch. Sind die Defekte noch klein, kann Ihr Zahnarzt eine Füllung einsetzen. Wegen der schwierigen Haftung in diesem Bereich sind Kunststofffüllungen empfehlenswert, diese können auch gut an die vorhandene Zahnfarbe angepasst werden. Bei großen Defekten und wenn die Zahnkrone durch Karies bereits vorgeschädigt ist, kann es notwendig werden, dass der Zahn mit einer Krone überzogen werden muss. Da sich die Defekte im Laufe der Zeit vergrößern, sollten Sie möglichst frühzeitig Ihren Zahnarzt aufsuchen und die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.

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