Aus für die Kopflaus    - Vom: 23.01.2019

Aus für die Kopflaus

Wenn sich Kopfläuse auf dem Haupt tummeln, heißt es: Ruhe bewahren und die ungebetenen Gäste mit System vertreiben. Wir sagen, wie’s auf die sanfte Tour geht.

Kopfläuse: Allein der Gedanke an die krabbelnden Blutsauger jagt manch einem einen Ekelschauer über den Rücken. Und kaum steht fest, dass in der Kita oder Schule mal wieder Läusealarm herrscht, juckt uns beinahe automatisch der Schädel. Natürlich: Die Vorstellung, dass winzige Parasiten auf unserem Kopf herumkrabbeln, unser Blut saugen und sich obendrein noch eifrig vermehren, ist ziemlich unappetitlich. Ein Grund zur Panik besteht allerdings nie. Denn Kopfläuse sind nicht gefährlich, übertragen keine Krankheiten und lassen sich mit geeigneten Mitteln aus der Apotheke zuverlässig vertreiben.

Bis vor einiger Zeit wurden die kleinen Blutsauger meist mit Insektiziden bekämpft, die auf das Nervensystem der Parasiten wirken und sie dadurch töten. Mittlerweile gibt es jedoch auch zahlreiche „sanftere“ Alternativen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich gesichert ist. Eine gute Sache, denn schließlich möchten viele Eltern ihr Kind ohne Insektengift behandeln. Hinzu kommt, dass sich gegen einige der klassischen Wirkstoffe mittlerweile Resistenzen entwickelt haben. Das heißt: Diese Mittel wirken heute womöglich nicht mehr so zuverlässig wie früher.

Ungiftig, aber effektiv

Viele ungiftige Anti-Kopflaus-Präparate der neueren Generation enthalten den Wirkstoff Dimeticon, ein Silikonöl, das auch in Kosmetika und in Arzneimitteln gegen Blähungen enthalten ist. Das Wirkprinzip ist rein physikalisch: Das Öl verklebt die Atemwege der Läuse, sodass sie ersticken. Dass sich auch gegen diesen Wirkstoff Resistenzen entwickeln könnten, ist sehr unwahrscheinlich. In Apotheken erhältlich sind neben Dimeticon-haltigen Medizinprodukten auch Kopflaus-Mittel mit pflanzlichen Ölen wie Kokosöl, mit Neemextrakt oder dickflüssigem Paraffin.

Zwei Mal behandeln

Wichtig zu wissen: Damit Läuse-Shampoos, -Lösungen oder -Sprays optimal wirken können, müssen sie richtig angewendet werden. Wer sie in zu geringer Menge aufträgt, zu kurz einwirken lässt oder auf die Wiederholungsbehandlung nach etwa acht Tagen verzichtet, erwischt vermutlich nicht alle Läuse und Nissen. Prompt können sich die Parasiten wieder vermehren. Sinnvoll ist es in jedem Fall, die Packungsbeilage genau zu studieren und sich vom Apotheken-Team über die exakte Anwendung kompetent beraten zu lassen.

Von Kopf zu Kopf

Übertragen werden Kopfläuse meist von Mensch zu Mensch. Wenn Kinder ihre Köpfe beim Spielen zusammenstecken, können die flinken Tierchen mühelos von einem Haupt zum nächsten krabbeln. Fliegen und springen können Kopfläuse allerdings nicht! Möglich ist es aber, dass die ungebetenen Gäste über Gegenstände wie Bürsten, Kopfkissen, Mützen oder Kuscheltiere auf den Kopf gelangen. Allerdings spielt dieser Übertragungsweg nur eine geringe Rolle. Und das bedeutet auch: Überzogene Putz- oder gar Desinfektionsaktionen im Haushalt sind bei Kopflausbefall überflüssig. Sinnvoll ist es, Bettwäsche und Kleidung bei 60 Grad Celsius zu waschen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Kuscheltiere und Co. für drei Tage in einen Plastiksack stecken, um Läuse abzutöten, die sich darauf verirrt haben könnten.

Auf Spurensuche begeben

Wenn im näheren Umfeld Läusealarm herrscht, ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Köpfe aller Familienmitglieder gründlich zu untersuchen. Ein guter Trick: Zuerst eine Pflegespülung ins nasse Haar geben und es dann Strähne für Strähne mit einem engzinkigen Nissenkamm aus der Apotheke durchkämmen. Den Läusekamm zwischendurch immer wieder auf einem Küchenpapier ausstreichen, um die winzigen Blutsauger ausfindig zu machen. Normalerweise sind sie grau, nach einer Blutmahlzeit rötlich. Die gelb-bräunlichen Lauseier kleben in Kopfhautnähe fest im Haar.

Wer keinen Hinweis auf Kopflausbefall findet, kann erleichtert aufatmen. Um den Kopf in lausigen Zeiten auch weiterhin zu schützen, sollten Familien Vorsorge treffen: Haarpflege mit Weidenrinde oder Mittel mit einem Extrakt aus Zitroneneukalyptus können Kopfläuse auf Distanz halten.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern
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