Im Flugzeug fit und gesund bleiben - Vom: 14.09.2018

Im Flugzeug fit und gesund bleiben

Packen Sie ins Handgepäck, was auf langen Flügen entlastet: Kaugummi und Bonbons, ein Nackenkissen, einen kuscheliger Kapuzensweater und eine leichte Fleecedecke, Desinfektionstücher und Kompressionsstrümpfe. Wie Sie beflügelt abheben – und entspannt ankommen.

Der Flug ist das Ziel. Nicht allein das Ankommen, sondern schon die Reise als Teil des Urlaubs zu begreifen, fällt allerdings vielen Menschen nicht leicht. Aber mit ein bisschen Vorbereitung kann der gesunde Normalreisende sich schon über den Wolken prima entspannen, den blauen Himmel genießen und sich verwöhnen. Ob das Lieblingsbuch im Handgepäck oder die angesagte Musik auf den Ohren, ob der Kauf des bevorzugten Parfums beim Stewart oder ein Glas Tomatensaft mit Salz und Pfeffer zur Einstimmung auf ferne Ziele – erlaubt ist, was gefällt und das wohlige Reisefeeling beflügelt.

Trockene Luft und Druckschwankungen

Dann wirken die unumgänglichen Unannehmlichkeiten schon weit weniger schlimm. So sind gegen die trockene Kabinenluft, die so dünn ist wie im Gebirge und Kopfschmerzen verursachen kann, Kräuter gewachsen und Meersalz-Nasenspray hilft ebenfalls. Ihr Apotheker berät sie rechtzeitig vor der Reise zu geeigneten Präparaten. Das gilt auch, wenn Sie mit Schnupfen reisen müssen: Abschwellende Nasentropfen oder -sprays sollten dann unbedingt mit in die Kabine. Wer unter Reiseübelkeit leidet, sorgt ebenfalls mit rezeptfreien Medikamenten vor.

Gegen Druckschwankungen bei Start und Landung hilft es, mit weit geöffnetem Mund herzhaft zu gähnen, den Schluckreiz mit einem Getränk oder Lutschbonbons zu fördern, Kaugummi zu kauen oder die Nase zuzuhalten und Luft in die Nase zu pressen.

Angst vor Infektionen

Die Enge in den Sitzreihen befördert die Angst vor Infektionen. Auch die Klimaanlage kann eine Viren- oder Bakterienschleuder sein. Doch wenn die Technik funktioniert, wird die Kabinenluft gefiltert und über 90 Prozent der Keime werden entfernt. Das eigentliche Risiko ist der schniefende Sitznachbar – nicht anders als auf der Erde, in Bus und Bahn. Deshalb sollte man so weit wie möglich Abstand halten. Nach dem Berühren von Armlehnen, Sitztaschen und vor allem des Spülknopfs auf der Bordtoilette helfen Desinfektionsmittel für die Hände.

Sitzplatz als Minifitnessstudio

Auf Flugreisen von mehr als vier Stunden, die auf schmalen Sitzen bewegungsarm verbracht werden, kann der Blutfluss stocken. Es besteht die Gefahr eines Blutgerinnsels, das im Bein eine Venenthrombose oder in der Lunge eine Embolie auslösen kann. Vor allem Reisende ab 40 Jahre, Übergewichtige und Raucher sollten vorbeugen. Aber auch alle anderen fliegen bequemer, wenn sie lockere Kleidung tragen, die nicht einengt. Kompressionsstrümpfe verhindern, dass die Beine anschwellen – bei Menschen mit Krampfadern auf Flügen ein Muss, wobei Kniestrümpfe meist ausreichen.

Der wichtigste Tipp lautet: Bewegen Sie sich so viel wie möglich. Sitzgymnastik – moderner „Flyrobics“ – hält das Blut in Fluss und vertreibt die Zeit: Erst beim rechten, später beim linken Fuß die Ferse aufsetzen, die Zehen anspannen und nach oben ziehen, fünf Sekunden halten, absenken. Alle 30 Minuten einen Durchgang mit zehn Zehenübungen – und die Venen sagen „Dankeschön!“. Auch die Venenpumpe lockert das Geschehen in der Blutbahn: Beide Füße parallel auf den Boden stellen, die Fersen nach oben ziehen, kurz halten und wieder absenken. Diese platzsparende Übung wird ebenfalls alle 30 Minuten zehnmal wiederholt und ergibt ein kleines, aber gesundes Sportprogramm. Und man sollte sich (außer bei unruhigem Flug) nicht scheuen, sich ab und zu hinzustellen und mal neugierig durch die Kabine zu schauen oder vielleicht sogar ein paar Schritte hin- und herzulaufen.

Zum persönlichen Wohlgefühl kann auch das Essen beitragen. Unterwegs gilt: Leichte Küche schlägt fettes Essen. Knabbereien wie Studentenfutter oder Nussmischungen und frisches Obst oder geschnipselte Gemüse schmecken oft besser als gängiges Flugfood. Und tragen Sie eine leere Trinkflasche durch den Zoll und füllen sie dann mit Wasser. So sind sie von den Servierzeiten und dem Servicetempo unabhängig – und tun sich was Gutes. Denn: Der Flug ist das Ziel.

Besser nachfragen

Chronisch kranke Menschen sollten sich mit ihrem Arzt beraten, bevor sie in die Luft gehen. Bescheinigt dieser die Flugtauglichkeit, gehören ein Medikamentenvorrat ins Handgepäck – und zwar großzügig bemessen für den Fall, dass der Flieger sich verspätet. Wie Arzneimittel bei einer Zeitverschiebung angewendet werden, erklären Ihr Arzt und Apotheker

Quelle: www.ratgebergesund.de

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