Das hilft bei Juckreiz

Dermatologe
mailenmailen druckendruckenvorlesen vorlesen

Er quält und nervt so sehr, dass man aus der Haut fahren könnte: Juckreiz ist äußerst unangenehm. So werden Sie ihn wieder los.

Es juckt und juckt und juckt – bei dem einen am Schienbein, beim nächsten auf dem Rücken, beim dritten ist die Kopfhaut betroffen. Doch unabhängig davon, wo das unangenehme Gefühl lokalisiert ist: Juckreiz, im medizinischen Fachjargon Pruritus genannt, ist immer eine Plage. Die Versuchung, die betroffene Stelle zu kratzen oder zu scheuern, ist groß. Schließlich sorgt das Malträtieren der Haut mit den Fingernägeln zunächst für Linderung, da der Schmerzreiz den Juckreiz kurzzeitig überlagern kann.

Besser Finger weg!

Auf lange Sicht wird die Pein durchs Kratzen allerdings noch größer. Denn dabei wird das Gewebshormon Histamin freigesetzt, das seinerseits Juckreiz auslöst. Hinzu kommt: Wer die juckende Region aggressiv scheuert, verletzt die Haut womöglich mit den Nägeln. In der Folge kann es zu Entzündungen und Infektionen kommen.

Deshalb gilt, auch wenn es schwerfällt: Finger weg, wenn’s juckt! Auch Rückenkratzer und ähnliche Hilfsmittel sollten verbannt werden. Experten raten zudem, die Fingernägel kurz zu halten, um Verletzungen – zum Beispiel durch unbemerktes Kratzen im Schlaf – zu verhindern.

Kühlung lindert 

Um die Qual zu lindern, hilft es, die Haut zu kühlen. Abbrausen mit kaltem Wasser oder ein feucht-kühler Umschlag sind bewährte Erste-Hilfe-Maßnahmen. Meist verträgt juckende Haut Kälte ohnehin wesentlich besser als Hitze. Ein kühler Schlafraum und leichte, weite Textilien aus Baumwolle wirken lindernd, während der Juckreiz durch trockene Heizungsluft, heißes Baden, Sonne und Wollkleidung verstärkt werden kann.  

Pflege nach Maß 

Auch auf eine gute und konsequente Pflege kommt es an. Chronisch juckende Haut sollte sanft gereinigt und täglich mit einer feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Creme verwöhnt werden. Hochwertige Lipide machen die Haut geschmeidiger, Inhaltsstoffe wie Nachtkerzenöl und Harnstoff binden die Feuchtigkeit. Gereizte Hautstellen können zudem mit kühlenden Sprays oder Gelen beruhigt werden, die es in der Apotheke gibt.   

Für die örtliche Behandlung infrage kommen Salben und Gele mit Arzneistoffen, die den Juckreiz nachhaltig lindern. Welches Präparat im Einzelfall Hilfe verspricht, hängt unter anderem von der betroffenen Körperregion und der Ursache ab.  

Ursachenforschung betreiben

Juckreiz kann viele Auslöser haben. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzeme und Pilzinfektionen können ebenso schuld sein wie allergische Reaktionen, etwa auf Putz- oder Waschmittel. Auch Parasiten wie Kopfläuse sind denkbare Ursachen.

Mitunter können auch innere Krankheiten für anhaltenden Juckreiz verantwortlich sein, darunter Nieren-, Nerven- oder Leberschäden. Die Auflistung verdeutlicht, dass es wichtig ist, bei chronischem Juckreiz zum Arzt zu gehen. Wird die zugrundeliegende Krankheit behandelt, kann auch die Haut wieder zur Ruhe kommen.  

Quelle: www.ratgebergesund.de

Bildnachweis: ©Maria Fuchs – stock.adobe.com