Gesunde Harnwege – Blase im Lot

Gynaekologe
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Blasenentzündung – ein überwiegend weibliches Problem. Die Natur kennt pflanzliche Helfer.

Durchspülen

Eine akute Blasenentzündung, medizinisch Zystitis genannt, ist schmerzhaft, lästig und keinesfalls harmlos. Wird sie nicht vollständig auskuriert, kann sie wiederkehren. Bei zwei und mehr Harnwegsinfektionen in sechs Monaten spricht man von einer rezidivierenden Blasenentzündung. Der Übergang zu einer Reizblase mit starkem, kaum kontrollierbarem Harndrang kann fließend sein. Damit Blasenprobleme nicht den Alltag bestimmen, lautet ein wichtiger Rat: viel trinken. Zwei Liter am Tag sollten es sein. Besonders effektiv und dabei schonend für den Organismus wirkt eine Durchspültherapie mithilfe ganz bestimmter Arzneipflanzen. Sogenannte Aquaretika wirken harntreibend und schwemmen Keime auf natürlichem Weg aus dem Körper, damit diese sich nicht in der Blasenschleimhaut festsetzen können. Der Vorteil gegenüber synthetischen Präparaten ist: Pflanzliche Durchspülungsmittel stören den Elektrolythaushalt nicht. Wichtige Mineralstoffe bleiben erhalten. Aquaretische Heilkräuter eignen sich vor allem gut zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen, zur Prophylaxe von Blasen- und Nierensteinen sowie bei einer Reizblase. Außerdem haben sie viele weitere gute Eigenschaften. 

Birke (Betula pendula)

Harntreibend, nierenfunktionsanregend und entzündungshemmend. Birkenblätter enthalten viele wertvolle Pflanzenstoffe, die mild entwässern, ohne das Nierengewebe zu reizen. Der „Nierenbaum“, wie die Birke früher genannt wurde, gilt bis heute als Symbol des Frühlings und des wiedererwachenden Lebens. Mit seiner stoffwechselanregenden Wirkung eignet sich Birkenblättertee oder Frischpflanzenpresssaft zudem gut für eine Frühjahrskur. Diese Produkte aus der Apotheke können helfen, schädliche Stoffe aus dem Körper zu schleusen, und entlasten somit Blase, Nieren und auch die Haut, die bekanntlich unser größtes Ausscheidungsorgan ist. 

Echte Goldrute (Solidago virgaurea)

Durchspülend, antibakteriell, krampflösend. Die Echte Goldrute ist die „Nierenpflanze Nummer eins“, weil sie gleich doppelt hilft: Zum einen hat sie eine wassertreibende Wirkung und schwemmt Krankheitserreger aus den Harnwegen. Zum anderen bekämpft sie aktiv die Entzündung, weil sie die Blase desinfiziert und das Immunsystem stärkt. Schmerzen, die eine Zystitis mit sich bringt, werden gelindert. Insofern gilt das gelb blühende Goldrutenkraut als das Mittel der Wahl – sowohl im Akutfall als auch zum Schutz vor wiederkehrenden Harnwegsinfektionen.

Katzenbart (Orthosiphon aristatus)

Regt die Harnbildung an und führt daher zur Durchspülung von Blase und Nieren. Katzenbart heißt die Pflanze, weil ihre langen Staubblätter an Schnurrhaare erinnern. Sie wächst in den Tropen, hat sich aber auch bei uns als „Javatee“ einen Namen gemacht. Als pflanzliches Aquaretikum haben sich Katzenbartblätter in der Behandlung bakterieller und entzündlicher Blasenbeschwerden bewährt. Orthosiphon wird meist in Kombination mit anderen Durchspülungspflanzen verwendet und ist in Kapselform erhältlich.

Schachtelhalm (Equisetum arvense)

Erhöht die Harnmenge, treibt Keime und Bakterien aus der Blase und putzt die Nieren. Schachtelhalmkraut leitet Nierengrieß aus und schützt vor Steinbildung. Mit seinem hohen Anteil an Kieselsäure regt es den Hautstoffwechsel an und stärkt das Bindegewebe. Schachtelhalm ist eines der ältesten Gewächse überhaupt, er gilt als Dinosaurier unter den Heilpflanzen. Zu Urzeiten überwucherten ganze Schachtelhalmwälder die Erde. Schon der „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp empfahl Schachtelhalm bei rheumatischen Beschwerden und natürlich auch bei Blasenproblemen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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