Hilfe bei Mittel-Ohrentzündung

HNO-Arzt Kinderarzt
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Starke, stechende Ohrenschmerzen, Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden: Bei einer Mittelohrentzündung sind Kinder richtig krank. Eine schnelle Behandlung tut not. 

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Viele kleine Patienten werden sogar immer wieder von der schmerzhaften Entzündung geplagt, die oft im Rahmen einer Erkältung auftritt und von Viren oder Bakterien verursacht wird.

Druck im Ohr

„Bei einer Erkältung können Keime aus dem Nasen-Rachen-Raum über die Ohrtrompete ins Mittelohr gelangen und dort eine Entzündung auslösen“, erläutert Dr. Johanna Hoffmann, Ärztin im AOK-Bundesverband. Besonders häufig leiden darunter Säuglinge und Kleinkinder, da ihre Ohrtrompete noch sehr kurz ist. Die Entzündung lässt die Schleimhaut im Mittelohr und in der Ohrtrompete anschwellen und sie verengt sich. In der Folge können Schleim und Flüssigkeit nicht mehr abfließen und sammeln sich im Mittelohr. Der dadurch entstehende Druck kann dazu führen, dass das Trommelfell reißt. Die Verletzung im Trommelfell führt dazu, dass Flüssigkeit nach außen abfließen kann, was die Schmerzen zunächst abklingen lässt.

Stechende oder pochende Schmerzen und ein vermindertes Hörvermögen sind die charakteristischen Symptome einer Mittelohrentzündung. Oft leiden die kleinen Patienten darüber hinaus unter Fieber und fühlen sich elend. Babys greifen sich häufig immer wieder ans schmerzende Ohr, sind weinerlich und trinken schlecht. Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung gehören Kinder immer in die Praxis des Kinderarztes. Abhängig von Art und Ausmaß der Erkrankung sowie vom Alter des Kindes erfolgt die individuelle Behandlung.

Schmerz lass’ nach

„Je nach Ausprägung der Krankheitssymptome kann es genügen, wenn die Kinder Mittel gegen die Schmerzen bekommen, viel trinken und sich schonen“, sagt Johanna Hoffmann. Eine Behandlung mit Antibiotika ist in vielen Fällen nicht notwendig.

Gegen Fieber und Schmerzen helfen bei Bedarf spezielle Zäpfchen in altersgerechter Dosierung. Sie enthalten Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen. Bewährt bei hohem Fieber haben sich auch Wadenwickel. Hat der Nachwuchs gleichzeitig Schnupfen, können Nasentropfen dazu beitragen, dass die Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum abschwillt. Als erste Hilfe bei Ohrenschmerzen eignen sich auch spezielle pflanzliche Tropfen zum Einnehmen, die die Wirkstoffe mehrerer Heilpflanzen enthalten: Sie lindern den Schmerz, können das Immunsystem unterstützen und die Entzündung abklingen lassen. Bei schwerem Krankheitsverlauf wird der Kinderarzt allerdings Antibiotika verordnen. Vor allem bei Säuglingen führt oft kein Weg daran vorbei.

Gut gewickelt

Ein bekanntes Hausmittel gegen Ohrenschmerzen sind Zwiebelsäckchen. Dazu legt man gehackte Zwiebelstückchen in einem Säckchen aus dünnem Stoff mehrmals täglich für etwa eine halbe Stunde auf das schmerzende Ohr. Das Zwiebelsäckchen kann man mit wärmender Wolle oder Watte abdecken und mit einer Mütze oder einem Tuch fixieren.

Ohrenschmerzen sind Anlass für einen Besuch beim Kinderarzt.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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