Was ist ein offener Biss?

Zahnarzt
mailenmailen druckendruckenvorlesen vorlesen

Beim offenen Biss befindet sich ein nicht verschließbarer Spalt zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen. Die vorderen Zähne treffen demnach nicht aufeinander, es entsteht eine kreisförmige Lücke. Diese bleibt auch bestehen, wenn die Eckzähne und Backenzähne fest übereinander schließen.

Verschiedene Arten

Man unterscheidet in einen frontal offenen Biss, bei dem die Schneidezähne nicht übereinanderliegen, und einen seitlich offenen Biss. Beim seitlich offenen Biss bleibt eine Lücke zwischen den Seitenzähne bestehen, wenn die Zähne zusammengebissen werden.

Probleme beim offenen Biss

Ist die Fehlstellung stark ausgeprägt, kann der Mund nicht vollständig geschlossen werden. Dies führt zu Lispeln und zu Problemen bei der Aussprache bestimmter Buchstaben. Es wirkt sich auch auf die Atmung aus (oft Mund- statt Nasenatmung, Risiko des nächtlichen Schnarchens) sowie das äußere Erscheinungsbild. Durch die Mundatmung kann die Anfälligkeit für Infekte steigen. Oft vergrößern sich bei den Patienten Mandeln oder Polypen. Das Abbeißen und Kauen von Lebensmitteln kann erschwert sein.

Ursachen

Der offene Biss entsteht meist durch das Lutschen eines Schnullers über das Säuglingsalter hinaus bis ins Kindergartenalter. Das lange Nuckeln kann eine Fehlentwicklung des Kiefers begünstigen. Manche Kinder lutschen auch am Daumen. Eine Mundvorhofplatte (MVP) kann eingesetzt werden, um Daumenlutschen zu verhindern. Eine weitere Ursache kann eine Verformung der Kiefer bei Rachitis (verzögerte Mineralisation der Kieferknochen, meist durch Mangel an Vitamin D) sein. Der offene Biss kann aber auch durch genetische Veranlagung (Vererbung) entstehen.

Behandlung im Kindesalter

Der offene Biss sollte behandelt und korrigiert werden. Hat der offene Biss eine geringe Ausprägung lässt er sich mit einer herausnehmbaren oder festsitzenden Zahnspange oder einer Zahnschiene behandeln. Lässt sich der Mund nur unter größter Anstrengung oder gar nicht schließen, kann eine kieferchirurgische Korrektur mit einem kieferorthopädischen Gerät erfolgen. Die Behandlung sollte möglichst im Kindesalter vorgenommen werden, da sie dann in der Regel einfacher und schneller ist.

Behandlung beim Erwachsenen

Erfolgt die Behandlung erst im Erwachsenenalter, kann diese bei einer geringen Fehlstellung mit transparenten, kaum wahrnehmbaren Zahnschienen (sogenannten Alignern) durchgeführt werden. Bei ausgeprägter Fehlstellung ist eine festsitzende Zahnspange empfehlenswert. Die Behandlung sollte erfolgen, da die Folgen eines offenen Bisses zu enormen Einschränkungen der Lebensqualität führen können.

Bildnachweis: ©choroba – stock.adobe.com